Alberto Bonappetitos Reise ins Frankenreich

Werte Brüder und Schwestern

Veranlasst durch diverse Medienberichte über eine Großdemonstration gegen die Homo-Ehe, die bis zu einer halben Million Teilnehmer haben soll, beschloss ich letztes Wochenende kurzer Hand, mich ebenfalls nach Paris aufzumachen und mit den hundert Tausenden redlichen Christen zu protestieren.

Erst Samstag am Morgen fasste ich den Entschluss, diese Reise anzutreten. Die Vorbereitungen mussten also schnell von Statten gehen. Zuallererst rannte ich zu Pfennig Markt (unredl.: Penny Markt) um Vorräte für die Reise anzulegen. Da ich nicht die Zeit hatte um einen ausgewogenen Ernährungsplan zu erstellen, entschied ich mich für einen Laib Brot und ein paar Beutel Trockenwürste. Zuhause angekommen machte ich den Herd an und kochte 5 Liter Knorkeltee um ihn in meine riesige Thermoskanne zu füllen und mitzunehmen.

Zu Deustch: „Arche Internetz gegen die Homo-Perversen“

Nachdem das Essen, der Tee und mein Sonntagsgewand gepackt waren, entschied ich mich noch schnell ein typisches Protestschild zu basteln. Ausnahmsweise fragte ich den nichtsnutzigen Jungen von gegenüber um Hilfe, denn ich wusste, dass linkslinke Hanfgiftschnüffler wie er üblicherweise Erfahrung damit haben derartige Schilder zu bauen. Hätte er die in Französisch gehaltene Aufschrift verstanden, hätte mir dieser Taugenichts bestimmt nicht geholfen.

Mit dem Bus reiste ich nun nach Linz und mit dem Zug weiter nach München, wo ich in den Nachtexpress nach Paris umstieg. Dank meines tragbaren Internetz-Steckers und meinem Faltrechner (unredl.: Laptop) konnte ich während der Fahrt stets auf der Arche Internetz stehsegeln. Ansonsten vertrieb ich mir die Zeit mit mehreren Rosenkränzen und dem Singen von Liedern aus dem Gotteslob.

Angekommen in Paris musste ich gar nicht erst die Karte bemühen oder gar nach dem Weg fragen. Vom Bahnhof aus begaben sich bereits Scharen redlicher Christen, die aus dem gesamten Frankenreich angereist waren, in Richtung der Innenstadt wo protestiert wurde. Unterwegs belästigten uns einige Falschsechsuelle, die provokant vor unseren Augen Küsse austauschten. Das von mir gefertigte Schild raste sogleich auf die Perversen hernieder und sorgte für Ruhe.

Zu linker Hand ist mein Protestschild sichtbar

Zahlreiche der Sprüche auf den Schildern empfand ich als überaus knorke. So lauteten diese etwa „Das männliche Genital hat keine Eizellen“, „Wir alle stammen von einem Mann und einer Frau ab“ oder „Eine Mutter und einen Vater für jedes Kind“. Mein Favorit jedoch war „Wer gegen den Fürsten der Finsternis ist, muss auch gegen Homofürsten sein“

Mit uns demonstrierten auch zahlreiche Politiker des christlichen und christdemokratischen Lagers und nicht zuletzt auch die hohe Geistlichkeit. Unter den vielen Pilgern befand sich auch der Erzbischof von Paris, der auf den klingenden Namen Andreas Dreiundzwanzig (unredl.: André Vingt-Trois) hört.

Ich mit einer demonstrierenden Familie vor dem Eiffelturm

Alles in allem war ich zufrieden, von dieser Kundgebung. Da mein Französisch in den gut 10 Jahren, die meine Schulzeit schon her ist, etwas eingerostet ist, konnte ich nur wenige der Reden verstehen, doch zumindest spürte ich, dass der Herr mit den Rednern war. Ich vermag nicht zu sagen, wie viel Einfluss dieser Protest nun auf die Politik hat, doch das Zeichen das wir setzten war großartig, ebenso wie die Erfahrung die ich mitnahm. Seit dem Weltjugendtag in Köln 2005 erlebte ich kein so großes Treffen von redlichen Christen mehr. Im Gegensatz zu Demonstration von linkslinken Hanfgiftschnüfflern war es hier keineswegs gefährlich, es waren sogar einige Familien zugange. Ich ließ mich mit einer davon vor dem bekannten Eiffelturm photographieren.

Nach der Kundgebung huschte ich noch in die Unsere Dame Kirche (unredl.: Notre Dame) für ein stilles Gebet. Den Heimweg trat ich mit dem Zug der großen Schnelligkeit (unredl.: TGV) in Richtung Zürich an. Unterwegs lernte ich von den anderen abreisenden Gegnern der Homoehe noch einige französische Kirchenlieder, bis ich schlussendlich in Zürich in den Nachtzug stieg, der mich heimwärts brachte.

Segen
Alberto Bonappetito