Ausweiskontrolle im Media Markt

Jedes Wochenende, wenn die Jugendlichen nicht in die Schule gehen müssen, spielen sich Horrorszenarien des Schreckens in Elektronikgeschäften ab. Thietmar Kredo vom Arche Internetz Zensurtriumvirat berichtet: „Ich wechsle ein paar Worte mit Herrn Asfaloths. Er möchte Stellung halten und mich mit mentalem Beistand unterstützen. Ich betrete das Geschäft also alleine und sehe mich um. Ein kalter Schauer jagt mir über den Rücken. Es ist fast niemand im Geschäft, was die Gruppe der drei Jugendlichen vor dem Heimrechner-Regal noch auffälliger und unnatürlicher erscheinen lässt. Ihre glasigen Glubschaugen gaffen gierig auf das neueste Heimrechner-Modell mit ganz viel Arbeitsspeicher und einer töften Grafikkarte. Ich lasse die verlorenen Seelen nicht aus den Augen, während ich mich unauffällig nähere um mehr zu erkennen. In unmittelbarer Nähe verstehe ich die dumpfen, stupiden, einsilbigen Laute, die sie von sich geben. Da ich die Namen der verruchten Satanskinder nicht kenne, habe ich sie farblich gekennzeichnet.

Boah.
Ja.
Krass.
Mhm, ne?
Ja.
Echt.
Mega.
Wow.
(usw…)

Einem der drei Jugendlichen klappt der Mund auf, während seine Augen gierig zwischen Gerät und Preisschild hin und her huschen. Speichelfäden hängen ihm aus dem Mundwinkel, werden länger, tropfen auf den Boden… In Gedanken ist er schon in der virtuellen Welt, wo er eine Waffe hat und Leben auslöschen kann. (Das finden Jugendliche heutzutage nämlich töfte, weswegen sie ihre Heimrechner überwiegend für Tötungsspiele benutzen.) Ich kann nicht mehr hinsehen. Gerade als ich mich umdrehen und gehen möchte, bemerke ich den Sittenwart neben mir. „Beruhigen Sie sich, Herr Kredo.“, flüstert seine liebliche Stimme. Dann beginnt er zu rennen. Trotz seines Gewichtproblems stürmt er mit vollen 7km/h (geschätzt) auf die Jugendlichen zu. Diese reißen die Glubschaugen auf und beginnen zu lachen – noch nie habe ich jemanden vor Angst und Entsetzen lachen hören, doch es klang widerlich… fast schon höhnisch. Im Rennen hebt Herr Asfaloths seinen Rohrstock und will ausholen – doch wird im letzten Moment von einem Mitarbeiter von der Erfüllung dieser christlichen Pflicht der Züchtigung abgehalten und des Marktes verwiesen. Die Jugendlichen lachen immer noch (vor Angst) und halten sich zitternd den Bauch. Traurig verlasse ich den Markt um auf Herrn Asfaloths zu warten, der einige Minuten später, immer noch vor Anstrengung keuchend, die Behinderten-Toilette verlässt. Wir beschließen gemeinsam die Kirche aufzusuchen und für die verlorenen Seelen der eben gesichteten Jugendlichen zu beten.“

Dieses Erlebnis war für mich absolut prägend. Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass solche Szenarien realitär vorkommen und sogar von der Gesellschaft toleriert werden. Sodom und Gomorrha!

(Thietmar Kredo)

Herr Kredo vom Arche Internetz Zensurtriumvirat ist nicht der Einzige, dem das zu schaffen macht. Belegt ist, dass Jugendliche ihre Heimrechner zu 73% zum Töten verwenden. Virtuelle Figuren werden programmiert, ganze Phantasiewelten erschaffen, um diese kleinen Amokläufe zu ermöglichen. Fettige Haare, Übergewicht, Schweißgestank, Pickel – das alles sind Symptome der süchtigen Mörder, die ihren Spaß daran haben, andere Menschen virtuell (manchmal sogar anschnur) abzuschlachten.

In einer Krisensitzung hat die Gemeinde der Arche Internetz folgende Forderungsliste aufgestellt:

  • Ausweiskontrollen am Eingang von Medienmärkten
  • Kein Zutritt für Kinder unter 25 Jahren
  • Verkauf von leistungsschwachen Heimrechnern um das Spielen präventiv zu verhindern
  • Warnhinweise für Heimrechnerspieler, die darüber aufklären, dass sie nach dem Tod im Fegefeuer Qualen erleiden werden müssen
  • Spendenboxen für die katholische Kirche

Doch auf unser Schreiben wurde bisher nicht reagiert, auch unsere Telegramme scheinen nicht angekommen zu sein. Deswegen wird dieser Bericht hier veröffentlicht, um die breite Masse zu erreichen!